Diese gezielte Analyse richtet sich an Berggebiete, in denen ein hohes Maß an biologischer Vielfalt und Naturkapital-Hotspots lokalisiert und Erfahrungen in Bezug auf ihre Erhaltung, Verwaltung und Überwachung gesammelt wurden. Berge bedecken 41 % des Territoriums im ESPON-Raum und beherbergen 17 % seiner Bevölkerung mit 16 Massiven (ESPON GEOSPECS 2013). Berge können aus sozioökonomischer Perspektive als „innere Peripherie“, „marginale“ Gebiete angesehen werden (ESPON, „Inner Peripheries“, 2016), in denen auch ökosystemische Bereiche zum Thema Zugänglichkeit zu Dienstleistungen gehören sollten (MiSE, „Innere Gebiete“, 2015). Bergthemen nehmen in Schlüsselthemen für nachhaltige territoriale Entwicklung wie ökologische Vernetzung und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen (z. B. Wasser, Wälder, Boden) Relevanz an. Die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung erwähnen Berge in Bezug auf Wasserwirtschaft, effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen, Ökosysteme und biologische Vielfalt, die Erhaltung der Gebirgsökosysteme und die Verbesserung ihrer Fähigkeit, Vorteile zu bieten, die für eine nachhaltige Entwicklung unerlässlich sind. In diesem Sinne tragen die NPA dazu bei, gemeinsame Visionen und Szenarien für eine nachhaltige Entwicklung homogener Gebiete zu definieren. Endogenes Naturkapital kann somit zu nachhaltigen regionalen Wirtschaftszyklen beitragen und Inputs für eine grüne Wirtschaft liefern, die die NPA fördern können. Die ökologischen Bedingungen und die Anfälligkeit des Gebiets erfordern auch strategische und integrierte Strategien für natürliche und städtische Gebiete. Nach Angaben der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) ist ein geschütztes Gebiet ein klar definierter geografischer Raum, der anerkannt, gewidmet und mit legalen oder anderen wirksamen Mitteln verwaltet wird, um die langfristige Erhaltung der Natur mit den damit verbundenen Ökosystemleistungen und kulturellen Werten zu erreichen. Europas Natura 2000 und das in Entwicklung befindliche Smaragd-Netzwerk sind internationale europäische Netzwerke von Schutzgebieten, die den Schutz der biologischen Vielfalt katalysieren.Das Thema sollte mit einer breiteren territorialen und räumlichen Planungsperspektive angegangen werden, wobei Kernnaturgebiete und damit verbundene Pufferzonen und städtische Gebiete berücksichtigt werden. Auf EU-Ebene sind die spezifischen Protokolle der Alpen- und Karpatenkonventionen wertvolle Erfahrungen, in denen auf die Notwendigkeit von NPA und auf die Einbeziehung des Ziels der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von Naturgütern in die sektoralen Politik hingewiesen wird. In diesem Sinne tragen die NPA zur Verwirklichung der EU- und internationalen Ziele bei. Die EU-Biodiversitätsstrategie bis 2020 fördert die Zusammenarbeit und den Dialog mit Schlüsselsektoren und Interessenträgern sowie die Entwicklung von Mechanismen für die biologische Vielfalt (z. B. Business@Biodiversity Platform; Die Initiative Economics of Ecosystems and Biodiversity stellt sicher, dass sich diese Fragen in der Entscheidungsfindung auf allen Ebenen widerspiegeln. Ein territorialer Entwicklungsansatz auf der Grundlage von NPA könnte auch auf andere Arten von Gebieten übertragen werden, unabhängig davon, ob es sich um gebirgige Gebiete (Pyrenäen, Dinarische Alpen) handelt oder nicht (z. B. Küsten-Seegebiete wie das Adria-Schutzgebietsnetz, DANUBEPARKS, das Netz von Schutzgebieten entlang der Donau). Es stellt eine Perspektive für beide ESPON-Länder dar, die keine Erfahrung in NPA und Nicht-ESPON-Ländern (z. B. Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Albanien) haben, die versuchen, Naturkapital in territoriale Strategien zu integrieren und die EU-Ziele zu erreichen.